Coronavirus #31 – Corona sorgt für Homeoffice

Die Stadt Offenburg bietet während der Corona-Krise ein Mitarbeitertelefon an: Regina Geppert beantwortet mit Unterstützung der Personalabteilung Fragen rund um Beschäftigungszeiten, Sonderurlaub und Home Office. Die Gleichstellungsbeauftragte, die seit 1983 bei der Stadt arbeitet und unter anderem zehn Jahre lang als Personalrätin freigestellt war, versichert: „Ich kenne mich aus.“

Ob sie eine vergleichbare Situation schon einmal erlebt hat? Geppert schüttelt den Kopf: „Nein, noch nie.“ Dass das ganze öffentliche Leben heruntergefahren wurde, keine Veranstaltungen mehr stattfinden, nur noch wenige Geschäfte geöffnet haben, Menschen maximal zu zweit unterwegs sein dürfen – ein absolutes Novum. Wobei Geppert betont: „Die Stadtverwaltung fährt nicht auf Null runter.“ Und daher gibt es viele Fragen der rund 1500 Mitarbeitenden, die Technischen Betriebe Offenburg (TBO) inbegriffen. Da sind die Grenzgänger aus dem Elsass, die freigestellt wurden. Allerdings hätten viele von ihnen jede Menge zu tun, sodass sich Home Office anbietet. „Die Leute wollen arbeiten“, so Gepperts Erfahrung. Sie bescheinigt den städtischen Beschäftigten hohes Engagement zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger der Stadt: „Es freut mich, das so zu erleben.“ Im Gegensatz zum Bürgertelefon, das viele Menschen anrufen, weil sie allgemein verunsichert sind, geht es beim Mitarbeitertelefon um Fachfragen. Erforderliche Kinderbetreuung ist ein großes Thema – Angestellte und Beamte in der entsprechenden Situation werden für zusätzliche zehn Arbeitstage freigestellt; die fristgerechte und gewährleistete Entgeltzahlung kam schon zur Sprache – aber auch die Frage, wie man sich schützen kann, wenn man noch im Rathaus arbeitet. Für Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören, gibt es auf jeden Fall ein Einzelbüro; ansonsten wird penibel auf den Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Schreibtischen geachtet. Um die Arbeitszeiten zu entzerren, wurde die Rahmenarbeitszeit montags bis freitags auf 6 bis 22 Uhr ausgeweitet (sonst 7 bis 19 Uhr). Oberbürgermeister Marco Steffens informierte die Beschäftigten in einem Brief am 24. März über die Neuerungen – anschließend klingelte das Mitarbeitertelefon nicht mehr so häufig; das Schreiben hat seine Wirkung nicht verfehlt. Sachliche Aufklärung ist das Gebot der Stunde. Kein Verharmlosen der Situation, aber auch keine Panikmache.
300 Homeoffice-Plätze gibt es derzeit, 160 mehr als vor der Corona-Krise. Mitarbeiter, deren Einrichtung schließen musste, arbeiten verstärkt im Hintergrund. In der Stadtbibliothek zum Beispiel wird katalogisiert und geprüft, wie der Service hochgefahren werden kann, ohne das Gesundheitsrisiko zu erhöhen. Was nach wie vor läuft ist das Ausleihen von elektronischen Medien, die sogenannte „Onleihe Regio“. Auch die Online-Kurse der Volkshochschule gehen weiter. Andere Mitarbeiter werden im Krisenmanagement eingesetzt, die neu aufgebaute Struktur muss schließlich mit Menschen gefüllt werden.
Auch wenn sie vorzugsweise Sachfragen beantwortet: Die Corona-Krise geht auch Regina Geppert unter die Haut. Was sie unternimmt, wenn sie den Hörer aufgelegt und Feierabend hat? „Ich radle heim und mache Atemarbeit.“